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Magazin #3 Körper




Die Bibel:
1.Kor 15,40: Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen.


Wikipedia:
Das Wort Körper (v. lat.: corpus = Leib, Leiche, Körper) hat verschiedene Bedeutungen:
• in der Biologie der Leib, das optisch in Erscheinung tretende Material oder ein Teil davon, siehe Körper (Biologie)
• in der Physik ein Objekt, das Raum einnimmt und Masse hat, siehe Körper (Physik)
• in der Geometrie eine dreidimensionale geometrische Form, welche durch Grenzflächen beschrieben werden kann, siehe Körper (Geometrie)
• in der Algebra eine Menge, auf der Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division durchgeführt werden können, siehe Körper (Algebra)
• im Allgemeinen, der Hauptteil, die Hauptmasse, der – meist feste – Füllstoff (z. B.: Glaskörper, Gipskörper)
• im Weinbau der Extrakt des Weines, siehe Körper (Wein)




1 Musik.
2 Interview: Anna Sophie Howoldt + Nicola Schößler + Frau Feld.
3 Unser Magazin-Blog mit weiteren Beiträgen zum Thema Körper.

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1
Im Park.



Zusammenarbeit:
ANSOHO und Frau Feld. Mit aufgenommenen Nähgeräuschen aus Ansohos Mode-Atelier. (Groove Nr. 112)







2
Interview:
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Was verbindest Du zur Zeit mit dem Thema körper, was bedeutet Körper für Dich... nenne ein paar Assoziationen...

Anna Sophie Howoldt
Ausdehnung - Einengung - Gestaltung - Haltung - Veränderung - Bewegung - Beobachtung - Übertragung – Berührung – Wahrnehmung - Mimesis - Anspannung - Entspannung - Verdrehung - Flexibilität - Kommunikation - Zuneigung - Abneigung - Verstehen – Sensibilität – Anmut – Formung – Volumen - Raum-Verdrängung und Raumgestaltung, Innen - Außen.

Nicola Schößler
Überhaupt Körper im Raum?
Oder der menschliche Körper? Oder Körper von Tieren, die Katze von den Leuten untendrunter, das Tier, das immer auf dem Gartentisch liegt.
Mein Körper, ob ich den bewohne, oder ob ich der bin?
Der Ort an dem ich, durch den ich, mit anderen in Kontakt trete.
Mein Sinnesarmaturenbrett.
Dass man sich selbst nie so sehen kann wie einen die anderen sehen, zum Beispiel den eigenen Hinterkopf.
Er ist vergänglich. Da denk ich nicht dran.
Hin und herrasende Moleküle und Elektronen.
Aber der Körper ist größer als das Verständnis für ihn.
Bewegen, die Füße und die Arme und Beine, die Reaktionen, das Funktionieren, daß mich das trägt.
Etwas aufheben, essen, liegen, singen, schwitzen;
jetzt hier sitzen und schreiben. Wie sitze ich?

Frau Feld
Wo fängt er an, wo hört er auf?
Immer dabei.
Eine schöne Sache einen zu besitzen.
Was heißt besitzen?
Er macht es mir möglich hier zu sitzen und meine
Gedanken aufzuschreiben.
Veränderbar.
Mehr oder weniger präsent.
Was machen meine Zehenspitzen gerade?
Meine Schultern?




Was bedeutet körper bezüglich Deines Schaffens und oder Deines Alltags?

Anna Sophie Howoldt
Was ich tue – Bekleidung entwerfen, Schnitte Entwickeln und deren Umsetzung, befasst sich ja fast primär mit dem Körper. Kleidung ist wie eine Membran zwischen der Identität des Trägers und seiner Umgebung. Durch meine Tätigkeit beobachte ich ständig diesen sozialen Körper – was nach außen getragen wird von den Menschen in meiner Umgebung, wie und zu welchem Erscheinungsbild sie ihren Körper gestalten. Die Kleidung wird „getragen“ es klingt so einfach wie das tragen einer Einkaufstasche, dabei ist unsere Kleidung ein komplexes Zeichensystem, eine visuelle Sprache ein Teil unsere nonverbalen Kommunikation.

Nicola Schößler
Jeden Morgen von vorne anfangen, mit Denken.
Daß ich ihn bewußt gebrauchen kann, daß ich ihn nicht störe.
Der Körper ist alles, Körper und Geist zusammen, mehr hab ich nicht und daß ich für meine Arbeit eigentlich kein weiteres Instrument brauche, ist herrlich.
Und schrecklich, wenn es nicht geht, wenn der Zweifel im Körper steckt und zuviel Wollen alles blockiert.
Dann stehe ich da und gebe auf. Gebe die Idee auf etwas tun zu wollen. Ich bereite mich vor. Und wenn es gelingt, dann 'geschieht' das, was man zuvor 'tun' wollte.
Das ist bei der Alexandertechnik und beim Theaterspielen dasselbe.

Frau Feld
Bezüglich meines Schaffens...
Beim performen tritt ein anderes Bewusstsein
meinen Körper betreffend in mir zu Tage.
Die Menschen, die mich beobachten formen für mich
eine Art Spiegel. In dem Sinne, dass ich dadurch
meine Selbstbeobachtung, mein Selbstbewusstsein im Wortsinne,
intensiviere. Das kann angenehm und manchmal unangenehm sein.
Ich übe präsent zu sein in meinem Körper, meinen
ganzen Körper zu beleben. - Dabei gibt es keine
Trennung zwischen Alltag und Schaffen.


Was löst es in Dir aus, wenn Du nach körper befragt wirst?

Anna Sophie Howoldt
Analysieren der Körperwahrnehmung in verschiedenen Situationen – ich erlebe mit meinem Körper alles was ich tue. Und was ich tue überträgt sich in ein Körpergefühl und eine Haltung. Der Körper verhält auch in Reaktion auf Einflüssen, die aus der Umbebung auf ihn einwirken, die Haltung andere Menschen, umgebende Architektur und andere Dynamiken. Geistige Haltung und Körperhaltung sind miteinander verbunden.



Nicola Schößler
Juhu! weil gar nicht genug davon gesprochen werden kann.

Frau Feld
Zunächst löst diese Frage etwas Verwirrung in mir aus.
Ich betrachte den Körper als
untrennbaren Teil meiner Selbst - verwoben.
Ich denke gleich an mehrere Ebenen und
frage mich, was das eigentlich ist "der Körper".
Ich denke nach und komme zu dem Schluss, dass diese Frage in verschiedenen Phasen meines Lebens sehr
wenig willkommen gewesen wäre.
Jetzt ja.
Die Frage löst aus, dass ich hier sitze und mir während des Tippens
meinem Körper mehr Aufmerksamkeit schenke, im Sinne
einer Beobachtung meiner jetzigen Körperseinsweise.




Welches Tun verbindest Du mit Körper?

Anna Sophie Howoldt
Bei der Kreation neuer Modellen fließen verschiedenen Überlegungen mit ein – wie finde ich eine neue interessante neuen Form? – in welchem Material? – wie ist es diese Form zu tragen? – welches Gefühl gibt die Bekleidung dem Träger? – wie wird sie gelesen?
Praktisch entstehen die Modelle dann, indem nach der ersten konzeptuellen Phase eine praktische Umsetzung folgt, die das Modell noch stark beeinflusst.
Die zu Grunde liegende Schnittkonstruktion beginnt auf einer zweidimensionalen Fläche, nach einem Konstruktionsschema, oder in Anlehnung daran wird eine Schablone entwickelt. Dabei muss kalkuliert werden wie die Körperformen in das Bekleidungsstück passen werden, wie es von einem Körper ausgefüllt wird und diesem zugleich ein Raum gegeben. Auch die verschiedenen Aspekte der Bewegung des Körpers müssen mitbeachtet werden. Oder können als mitgestaltendes Element einbezogen werden, z.B. bei Schnitten die interessante Faltenwürfe zeigen, wenn der Arm bewegt wird. Die Übertragung in die Dreidimensionalität des Schnittes erfolgt dann mit der Anfertigung eines "Probeteiles" aus einfachem Nesselstoff. Jetzt zeigt sich an welcher Stelle die Berechnung der Körperdimension nicht gestimmt hat, wo zuwenig Raum bleibt, zuviel Weite entstand.
Immer wieder wird deutlich – es ist ganz unmöglich Körper zu Vermessen und auf eine allgemein Größentabelle zu reduzieren. Jedes Modell sieht an einem anderen Körper anders aus, je nach Proportion und Haltung.

Nicola Schößler
Nicht Tun! Versuchen, immer weniger tun bei allem.
Mehr hinhorchen was gerade los ist.

Frau Feld
Alles.




Welchen Wunsch hast Du das Thema körper betreffend?

Anna Sophie Howoldt
Ich wünsche mir, dass meine Kollektion tatsächlich ein (Körper)Gefühl transportiert wie eine Geste, die sich positiv überträgt.

Nicola Schößler
Der Körper scheint aus lauter Wünschen zu bestehen:
Essen, trinken, schlafen, lieben!
Zufriedenheit für alle Körper!
Mehr Platz für Körper!
Bessere Luft für Körper,
Gegen den Tod!

Weniger Profit aus den Körperwünschen anderer schlagen.

Frau Feld
Weniger Kult um ihn, der zu Einengung führt. Dass
dem Körper stattdessen mehr positive Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Nicht nur in extra dafür ausgewählten Situation, sondern immer.
Wie sitze ich da - in diesem Moment? Kann ich weniger tun? Kann ich weniger
unnötige Spannung haben? Wie wäre es, wenn ich meinen
Körper einfach funktionieren lasse?
Dafür braucht es ein Wissen über den Gebrauch und die
Funktionen des Körpers...



Zeichnungen: Nicola Schößler
Foto 01: Marco Rafanelli
Foto 03: Michael Hoelzl
Gemäldeausschnitt: Jo Giersch

 
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